Es war eines der unfallreichsten Wochenenden der letzten Jahre, das die Notfallambulanz des Rudolf-Elle-Krankenhauses Eisenberg über Pfingsten zu bewältigen hatte. Nicht nur Verletzte der Massenkarambolage auf der Autobahn - auch zahlreiche weitere Verkehrs- und private Unfälle waren zu versorgen.
Eisenberg. "Allein von Samstag bis Montag hatten wir über 130 Patienten in der Notfallambulanz. Wenn man den Freitag noch mitrechnet, sogar 150," berichtet Oberarzt Dr. Olaf Brinkmann. Viele Unfallpatienten seien nahezu zeitgleich eingeliefert worden. Für den Massenunfall mit 15 beteiligten Fahrzeugen auf der A 9 bei Bad Klosterlausnitz ist ein spezieller Katastrophenplan in Kraft gesetzt worden, der höchstens zwei-, dreimal im Jahr aktiviert werden muss, dieses Jahr zum ersten Mal. Dann bereitet sich nicht nur die Notfallambulanz auf die Aufnahme mehrerer schwer verletzter Menschen vor, es werden OPs startklar gemacht, Schwestern und weitere Mitarbeiter aus dem freien Wochenende gerufen, und nicht zuletzt wird die Cafeteria vorbereitet, um gegebenenfalls Kinder von Unfallverletzten zu betreuen. So auch am Pfingstsamstag.
Massenkarambolage auf der A9 zwischen Bad Klosterlausnitz und Eisenberg. Ein 47-jähriger VW-Fahrer fuhr ungebremst auf ein Stauende und löste dadurch eine Unfallserie mit 14 Pkw aus. Ein 34-jähriger Fahrer wurde so schwer verletzt, dass er am Abend in einer Klinik verstarb.
Oberarzt Dr. Michael Jalinski, der um 8 Uhr seinen 24-Stunden-Dienst angetreten hatte, wurde kurz hintereinander zu zwei Unfällen auf der A 9 Richtung Berlin gerufen: erst zu dem "kleineren" zwischen Eisenberg und Droyßig, von wo eine verletzte Frau ins REK gebracht wurde. Kaum war Dr. Jalinski zurück, kam gleich der nächste Alarm: Unfall mit vielen beteiligten Fahrzeugen und Verletzten bei Klosterlausnitz. Der Rettungsdienst war diesmal als erstes da, fast zeitgleich traf der Rettungshubschrauber Christoph 70 aus Schöngleina ein. Schnell verschaffte sich die leitende Notärztin einen Überblick über die Verletzten, und es wurde festgelegt, wer in welche Klinik gebracht wird.
Trotzdem kann eine Klinik kaum mehr als drei Schwerverletzte zugleich aufnehmen. Deshalb wird bei Massenunfällen wie diesem über die Rettungsleitstelle koordiniert, wer etwa nach Jena, Gera oder Bad Berka gebracht wird. Im Falle des schwerstverletzten Mannes am Sonnabend, der leider noch am Abend verstarb, fiel die Entscheidung für Zwickau, Transport per Hubschrauber. Eisenberg nahm vier Schwerverletzte der Unfallserie stationär auf. Alle wurden intensivmedizinisch behandelt, mussten aber nicht operiert werden. Inzwischen sind fast alle wieder entlassen. Die Frau des verstorbenen Mannes wurde in Eisenberg seelsorgerisch betreut. Eine größere Zahl von Angehörigen oder unter Schock stehenden Menschen von der Unglücksstelle, für die in solchen Fällen eine Sondereinsatzgruppe Busse organisiert, kam an diesem Tag dann aber doch nicht ins REK - bereit gewesen wäre alles. "Wir betreiben einen hohen personellen, technischen und auch finanziellen Aufwand vor", betont Dr. Brinkmann, "um auch an so unfallreichen Wochenenden top reagieren und jeden Patienten bestmöglich versorgen zu können".